Kitzelfant – 4. Ebene

Die 4. Ebene

“Sobald wir aber in die Theorie sozialer Systeme kommen, und den normalen Apparat der Kommunikation – die ja auch Kommunikation über Kommunikation sein kann – voraussetzen können, verliert das Problem eigentlich seine Schwierigkeit und wird sogar überzeugend, so dass man sich fragt, wozu der ganze Aufwand an Theorie, wenn wir etwas erarbeiten, was wir schon längst gewusst haben. …”

Joana hielt sich das Skript vor den Mund und gähnte. Sie sah auf die Uhr – noch nicht mal drei. Über das Gesicht des dicklichen Studenten neben ihr liefen Schweißtropfen. Obwohl alle Fenster des Hörsaals weit offen standen, war es heiß und drückend wie in einem Glashaus. Die Studenten hingen in ihren Sitzen, einige schliefen, andere versuchten mühsam die Augen offen zu halten. Nur ein paar Reihen weiter vorne saßen drei Mädchen tief über ihre Blätter gebeugt und schrieben ohne Pause mit. ‘Erstsemester’, Joana schob sich mit dem Skript die verschwitzten Haare aus der Stirn. Ihr Blick blieb an der Mittleren der drei kleben. Sie war klein, mit halblangen, blonden Haaren und schien trotz der Hitze jedes Wort des Professors in sich einsaugen zu wollen. ‘Streberin’, dachte sie verächtlich. Sie musterte den schlanken Körper unter dem schweiß nassen T-Shirt – ‘ob sie sehr kitzlig ist?’.

“… Wenn jetzt das System entscheiden muss, oder besser Kopplungen herstellen muss, zwischen einer Kommunikation und einer weiteren Kommunikation, dann muss es ja ausmachen können, beobachten können, festlegen können, was denn dazu passt und was nicht. …”

Sie sah auf die Uhr – noch nicht mal drei. ‘Ok, noch eine Minute. Wenn in einer Minute nicht irgendwas passiert, ganz egal was, gehe ich. Zeit … läuft.’ Sie starrte auf den Sekundenzeiger, der träge wie alles andere im Raum vorwärts kroch. Joana wartete geduldig bis die Minute um war, dann packte sie mit ein paar energischen Griffen Papiere und Stifte in ihren Rucksack und stand auf. ‘Man muss auch konsequent sein.’ Der dickliche Student neben ihr sah sie mit einer Mischung aus Schreck und Bewunderung an. ‘Blödmann.’

Draußen vor der Uni war es etwas besser. Während sie ihr Fahrrad abschloss, atmete sie tief durch. ‘Vielleicht sollte ich Kiela fragen, ob sie eine Simulation am Nordpol für mich hat.’

Sie nahm den Weg am Kanal entlang. Auch hier war es brütend heiß, aber wenigstens spendeten die Bäume etwas schatten. Außerdem tat der Fahrtwind gut. Joana lenkte mit einer Hand und drehte sich mit der Anderen eine Zigarette. Alles nervte, die Hitze, die Uni, die Menschen. Auf einer Bank im Schatten knutschte ein junges Pärchen. Joana musterte sie im vorbeifahren – ‘sie sieht ein bisschen aus wie Mika’, dachte sie. Die Bilder aus der letzten Simulation tauchten in ihrem Kopf auf. Wie sie diese blonde Frau – ‘hieß sie Lynn?’ – unter den Armen gekitzelt hatte… Und wie sich dann plötzlich alle auf sie gestürzt hatten. ‘Eigentlich ziemlich gemein. So viele gegen Eine.’ Sie musste grinsen. Was sie wohl in der nächsten Ebene erwartete? ‘Hoffentlich bin ich dann wieder Polizistin, oder Wärterin, oder so was. Ich bin genau in der richtigen Stimmung um irgendwelche Gefangenen …’

“Ey! Kannst du nicht aufpassen?” Sie war so in Gedanken, dass sie fast den sportlichen jungen Mann übersehen hätte, der auf seinem Rennrad aus einer Nebenstraße kam.

“Sorry.” murmelte sie und wich ungeschickt zur Seite aus. Ihre Zigarette flog ihr aus dem Mundwinkel und landete im Kanal. “Scheiße.”

Der junge Mann lachte und rauschte betont lässig an ihr vorbei: “Bist du sowieso noch zu klein für.”

“Arschloch.” erwiderte Joana, allerdings nur ganz leise.

Endlich in ihrer Wohnung angekommen, trank sie fast eine ganze Flasche Wasser auf einmal. Sie spürte der erfrischenden Kühle nach, die sich langsam und belebend im Körper ausbreitete. Ihre ganze Kleidung klebte. Sie streifte Jeans, T-Shirt und BH ab und ließ alles achtlos auf dem Küchenboden liegen. Nur im Slip ging sie hinüber in ihr Zimmer – ‘gleich habe ich sowieso wieder irgendwelche verrückten Sachen an.’, dachte sie und startete den Computer …

***
“Du musst die Königin der Waldamazonen finden.” Die wunderschöne Kitzelfee schwebte lächelnd in der Luft über dem grünen Platz. “Und wenn du sie gefunden hast, musst du sie besiegen, damit du die Herrin über ihre Kriegerinnen wirst.”

Joana machte sich nicht die Mühe, ihren fast nackten Körper vor Kiela zu verbärgen. “Verstehe. Und wie besiege ich sie?”

Kiela lachte hell auf: “Glaubst du wirklich, ich würde dir das sagen? Lass dir was einfallen. Wenn du nicht weiterkommst, kannst du mich jederzeit rufen. Kennst du noch dein persönliches Sicherheitswort?”

Joana nickte ohne nachzudenken. “Und Buhbuh? Ich schätze, ich muss ihm diesmal die goldene Perle zeigen, stimmts?”

“Stimmt.” Der hohe Glockenton hallte leise über den runden Platz und die Fee drehte sich um sich selbst. Als sie die junge Frau wieder ansah hielt sie in ihrer ausgestreckten Hand die kleine goldene Kugel, die Joana in der vorigen Spielebene im “Berg der tausend Quellen” gewonnen hatte. “Hier. Pass gut auf sie auf.”

Joana nahm die Perle und nickte: “Mach ich. Du kannst starten.”

“Viel Spaß.” Noch einmal lächelte Kiela sie an, dann …

***
… saß an ihrer Stelle mit einem leisen “Plopp” plötzlich das große, plüschige Kitzelwesen. “NANU?” brummte es und tapste tollpatschig auf die junge Frau los, “SPIELEN MIT BUHBUH? JA?”

Joana zögerte. Eine Sekunde dachte sie daran, sich tatsächlich ein wenig von dem blauen Drachen kitzeln zu lassen, bevor sie mit dem Spiel begann. Immerhin war sie so gut wie nackt und die Vorstellung von Buhbuhs weichem Fell auf ihrer überhitzten Haut ließ ihr Herz schneller schlagen. Doch da bemerkte der Drache die kleine Kugel in ihrer Hand und blieb stehen. “BUUUHHH.” die Träne rollte wie gewohnt über sein Fellgesicht, “SCHON WIEDER NICHT SPIELEN MIT BUHBUH!”

“Das nächste mal. Ich versprechs dir.” Sie ging nach rechts auf den Nebel zu. Hinter sich hörte sie, wie sich Buhbuh wieder in Luft auflöste, dann berührten ihre Fingerspitzen die leise wabernde Nebelfront …

***
Das erste, was Joana in der neuen Umgebung wahrnahm, war ein großer, leuchtend bunter Vogel, der wie ein Blitz wenige Zentimeter vor ihrer Nase vorbeischoss. Es war fast genauso warm wie “zu Hause”, aber lange nicht so drückend. Sie stand zwischen riesigen Bäumen, deren dicht belaubte Äste ein tief grünes Blätterdach bildeten, durch das verschwommen die Sonne zu sehen war. Die Luft war erfüllt von den Rufen exotischer Vögel und dem leise flirrenden Singen von Zikaden. Auf dem Boden breitete sich weiches Moos wie ein flauschiger Teppich zwischen den dicken Stämmen der Baumriesen aus.

‘Eine Art Urwald’, Joana sah sich beeindruckt um, ‘wirklich unglaublich, wie real alles wirkt’. Ihre bloßen Füße steckten jetzt in leichten Ledersandalen. Dazu trug sie ein luftiges T-Shirt und eine Art Lendenschurz, der ihr bis knapp über die Knie reichte – ‘und nichts drunter’, stellte sie mit einem etwas mulmigen Gefühl fest. Beides leuchtete fast ebenso bunt wie der tropische Vogel, der längst im dichten Laub der Baumwipfel verschwunden war.

Langsam ging sie zwischen den Stämmen hindurch. Das Moos federte angenehm unter ihren Füßen. Sie spähte in das dichte Laub, aber außer einigen Vögeln konnte sie kein Lebewesen sehen. ‘Hoffentlich muss ich nicht wieder erst ewig suchen, bis ich diese Waldkönigin finde.’

Sie war vielleicht zweihundert Meter gegangen, als ihr ein leises, monotones Singen auffiel. Sie blieb stehen. Das war kein Vogel. Es klang eher wie jemand, der entspannt und gedankenverloren vor sich hin summt. Joana ging vorsichtig weiter und versuchte sich dabei hinter den Baumstämmen zu halten – ‘Wie bei Karl May’, dachte sie.

Wenige Meter weiter gaben die Stämme plötzlich den Blick auf eine Lichtung frei. Sie schlich sich behutsam bis dicht an den Rand und sah in eine flache, ovale Bodensenke hinab. ‘Oh mein Gott.’ Fast hätte sie laut aufgeschrieen. Über der leichten Vertiefung war ein Netz aus unzähligen fingerdicken Fäden gespannt. Es maß mindestens fünf Meter im Durchmesser und schien außerordentlich stabil zu sein. Und genau in der Mitte hockte… ‘ist das eine Spinne?’ Sie starrte wie hypnotisiert auf das Wesen im Spinnennetz. Der Körper glich dem einer großen, sehr schlanken Frau, war aber vollkommen mit dunklem Fell bedeckt. Wie eine Spinne hatte es acht lange, gelenkige Beine,
die rechts und links aus ihren Körperseiten wuchsen. Das flaumige Fell wurde an den Beinen voller und dichter und bildete unzählige lange Härchen, die wie zarte Federn von den Beinspitzen abstanden. Der kleine, kugelrunde Kopf des Wesens war dagegen fast völlig haarlos.

‘Eigentlich sieht sie gar nicht unheimlich aus’, dachte Joana, sobald sie sich an den Anblick gewöhnt hatte. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sich außer der Spinne noch ein zweites Wesen in dem Netz befand. Ein dunkelhaariges Mädchen lag lang auf dem Rücken ausgestreckt auf den dicken Fäden. Sie war vollkommen nackt und schien zu schlafen, zumindest lag sie ganz still. Die Spinnenfrau kauerte neben ihr und betastete wie in Trance vor sich hin summend mit ihren seidigen Beinspitzen die glatte, rötliche Haut. Der Gesichtsausdruck des Mädchens war ruhig und entspannt, so als würde sie gerade etwas sehr schönes träumen.

Eben wollte Joana noch etwas näher kriechen, als ihre Hände plötzlich auf dem moosigen Boden abrutschten. “Oh fuck… Bitte nicht!” Kopfüber schlidderte sie die leichte Schräge in die Sänke hinunter. Kurz bevor sie die Spinnenfäden berührte, konnte sie einen Grasbüschel packen und sich festhalten. ‘Puh! Das war knapp.’

Die Spinne hörte zu summen auf und drehte den Kopf. Mit kleinen, tückischen Augen maß sie die junge Frau: “Nein so was. Ein Mensch. Was für ein Glückstag! Gleich zwei Opfer.” Ihre Stimme war hoch und zischend. Mit einem ihrer Beine winkte sie Joana zu: “Na komm nur. Wir haben auch zu dritt genug Platz hier drinnen.” sie stieß ein schrilles Kichern aus.

Joana hatte sich schnell wieder gefasst. Sie richtete sich auf. “Opfer? W… was?” Sie sah auf die schlafende Gestalt, über deren nackten Körper unablässig die weichen Spinnenbeine tasteten. “Was… machst du denn da mit ihr?”

Der dünne Mund der Spinnenfrau verzog sich zu etwas, dass wie ein boshaftes Grinsen aussah: “Ich? Ach, nicht viel. Ich kitzle sie nur gerade um den Verstand.”

“Du… Was?” Joana musterte verwirrt den verträumten Gesichtsausdruck des Mädchens, “Aber sie… sie schläft doch.”

“Schläft?” Wieder stieß sie ihr schrilles, hämisches Kichern aus. “Es sieht vielleicht so aus, aber Wenn mein Gift nicht wäre, hätte sie längst den ganzen Wald zusammengelacht.”

Joana begann allmählich etwas zu ahnen: “Dein… Gift?”

Die Spinne gluckste: “Jawohl, mein Gift. Es macht sie komplett bewegungslos.” Wie zum Beweis hob sie einen Arm ihrer Gefangenen an und ließ ihn kraftlos zurück auf die federnden Fäden fallen. “Glücklicherweise wird ihre Wahrnehmung nicht gelähmt. Im Gegenteil. Ihr ganzer Körper wird immer empfindlicher, je länger sie meinem Gift ausgesetzt ist. Kannst du dir vorstellen, was das bedeutet?” Wieder erschien das verzerrte Grinsen auf ihrem Gesicht.

“Also… äh…” Joana zögerte, “du willst doch nicht etwa sagen, dass du deine Opfer in dieses Netz lockst und dann…”

“Doch.” sagte die Spinne stolz, “Ich kitzle sie. Überall! Sobald ich sie in meinem Netz habe, sind sie völlig wehrlos und ich kann mit ihnen machen was ich will. Und ich will viel!” Ihr Kichern klang diesmal irgendwie anzüglich. “Gerade, wenn jemand so kitzlig ist wie sie.” Sie deutete mit dem Kopf auf das nackte Mädchen.

Joana überlegte: “Woher willst du das wissen? Ich meine, wenn sie sich nicht bewegt und nicht mal reden kann, woher willst du dann wissen, dass sie kitzlig ist?”

“Oh, sie ist es, glaub mir. Ich verfüge über einen besonderen Sinn. Ich kann spüren, was sie in jedem Augenblick fühlt. Ich weiß genau, an welchen Körperstellen sie empfindlich, oder erregbar, oder kitzlig ist.” sie gurrte vergnügt. “Zum Beispiel hier, siehst du, unter den Armen. Ich streichle sie ganz sanft und schnell… das macht sie total verrückt.” Joana bemerkte, dass zwei der weichen, haarigen Beine tatsächlich genau in den glatten Achseln tanzten. “Und an den Hüften. Hier… nein, warte mal”, die Spinne schloss für einen Moment die Augen und schien in sich hinein zu lauschen, “… jetzt hab ich’s. Genau hier.” Mit zwei weiteren Beinen massierte sie in festen, kleinen Kreisen die Stelle knapp oberhalb der Hüftknochen. Dabei gurrte und gluckste sie vor Zufriedenheit. “Oh, wenn du sie jetzt hören könntest. Sie dreht gerade völlig durch. Fehlt nur noch…” Plötzlich erschienen zwei Beine direkt an den festen, kleinen Brüsten. Ihre federweichen Spitzen tasteten ein paar Mal prüfend umher und begannen dann die Areolen mit schnellen Strichen zu kitzeln. Gleichzeitig bewegten sich zwei weitere Beine abwärts zu den leicht gespreizten Oberschenkeln. In langen Zickzack-Linien fuhren sie langsam und stetig auf und ab über die Innenseiten.

Joana starrte auf die weichen Spinnenbeine, die ungehindert über den nackten Körper huschten. Das Schöne Gesicht des Mädchens war weiterhin völlig entspannt und keine Regung ließ erkennen, dass sie gerade einer systematischen Kitzelfolter unterzogen wurde.

“Hmmm. Ja.” wieder schloss die Spinne die Augen. “Sie wird langsam richtig heiß. Aber, nein, ich denke, ich werde noch eine ganze Weile warten, bevor ich mich mehr… intimeren Bereichen zuwende. Erst kommen auf jeden Fall noch die Füße an die Reihe. Na, was hältst du davon, meine kleine, kitzlige Waldamazone?”

“Sie ist eine Waldamazone?” Joana betrachtete das bewegungslose Mädchen im Spinnennetz. Sie wirkte drahtig und war mindestens einen Kopf größer als Joana.

“Aber ja.” Sie sah Joana stolz an. “Es ist wirklich lange her, dass mir eine Waldamazone ins Netz gegangen ist. Für gewöhnlich sind sie nämlich viel zu schlau und zu schnell für mich. Die Kleine war leider etwas unaufmerksam.” sie kicherte hämisch.

Joana dachte nach. “Weißt du vielleicht, wo die Waldamazonen leben? Ich suche nämlich ihre Königin.”

Voller Hingabe drückte und massierte die Spinnenfrau an den Knien ihres Opfers herum. „Von einer Königin habe ich nie gehört. Aber ich interessiere mich auch nicht sonderlich für die Lebensumstände meiner Beute. Die Kleine könnte es dir sicher sagen. Aber glaub mir, sie hat im Moment ganz andere Dinge im Kopf.” mit schnellen, sicheren Strichen kraulte sie jetzt die weichen Kniekehlen. Und die ganze Zeit kitzelte sie ihre bewegungslose Gefangene unvermindert weiter am Oberkörper.

Der Gesichtsausdruck des Mädchens blieb unverändert, nur eine leichte Röte hatte sich in der Zwischenzeit auf ihre Züge gelegt. Außerdem konnte Joana deutlich sehen, wie die dunklen Brustwarzen unter dem unaufhörlichen Kitzeln der federartigen Spinnenbeine immer größer wurden. Sie versuchte sich vorzustellen, was die hilflose Gefangene dort im Spinnennetz gerade spüren musste und ein süßer Schauer lief ihr über den Rücken. “Aber… Äh… könnte ich sie nicht vielleicht doch fragen? Es ist wirklich wichtig.”

“Dafür hättest du sie früher treffen müssen. Jetzt gehört sie mir.” Wie zum Beweis schmiegte sie sich eng an ihre bewegungslose Beute.

“Ich nehme sie dir ja nicht weg. Ich will sie doch nur ganz kurz was fragen. Danach kannst du sie ja weiter…”

Aber die Spinne schüttelte den Kopf: “Damit das Lähmgift seine Wirkung verliert und sie mit dir reden kann, müsste sie mein Netz verlassen. Aber sie gehört mir. Zumindest so lange, bis ich sie komplett leer gekitzelt habe. Und ich habe wirklich nicht vor, mich damit zu beeilen.”

‘Zwecklos’, dachte Joana. Sie betrachtete versunken das nackte Mädchen und die kitzelnden Spinnenbeine. Wenn sie die Waldamazone befreite? vielleicht würde sie ihr zum Dank den Weg zu ihrer Königin zeigen? ‘Aber wie? Wenn ich das Netz berühre, werde ich bestimmt auch gelähmt und dann…’ sie schauderte. Gleichzeitig fühlte sie bei dem Gedanken das bekannte, kribbelnde Gefühl im Bauch aufsteigen.

Die Spinne hatte wie zuvor leise und gedankenverloren zu summen angefangen. Sie schien sich ganz und gar den Empfindungen ihrer Gefangenen hinzugeben. Am seitlichen Bauch musste sie eine weitere kitzlige Stelle entdeckt haben, denn sie fuhr dort immer wieder mit federleichten Berührungen der äußersten Beinspitzen auf und ab.

Joana sah sich um. Mehrere lange Lianen baumelten von den dicken Baumästen über ihr. ‘Damit könnte ich sie vielleicht aus dem Netz ziehen’, überlegte sie, ‘Aber erst müsste ich diese verrückte Spinne…’ Ein plötzlicher Gedanke schoss ihr in den Kopf. Natürlich. Die Perle. Kiela hatte gesagt, dass sie mit der Macht der Perle jedes Lebewesen in jeder Position bewegungslos machen konnte. Warum also nicht auch diese Spinne? Sie suchte in den weiten Taschen des Lendenschurzes herum und fand schnell die kleine goldene Kugel. Zweifelnd hielt sie sie in der Hand – ‘Wie war das? Einfach daran denken?’ Wenig überzeugt versuchte sie sich zu konzentrieren.

Derweil konzentrierte sich die Spinne voll auf den Oberkörper ihrer Gefangenen. Sie massierte die Rippen und kitzelte gleichzeitig ganz sacht die steinharten Brustknospen. Zwei ihrer Beine spielten ausgelassen an dem nackten, flachen Bauch. Gerade schlüpfte eine der seidigen Spitzen in die zarte Vertiefung des Bauchnabels, als ihre Bewegungen plötzlich erstarrten. Wie eingefroren verharrten ihre flinken Beine auf der Haut der Waldamazone. Dann rollte ihr Körper wie von unsichtbaren Fäden gezogen zur Seite, drehte sich auf den Rücken und blieb einen guten Meter neben dem Mädchen im Netz liegen.

‘Krass. Es funktioniert tatsächlich.’ Joana war mindestens genauso verblüfft wie die Riesenspinne. Sie hatte sich die Position wirklich nur vorgestellt. Sie musste lachen.

“Was… Was…” Hilflos wie eine Schildkröte lag die Kitzelspinne jetzt in ihrem eigenen Netz. “Was ist das? Wie… was machst du da?”

Ein Gefühl der Überlegenheit stieg in Joana auf. Mit einem coolen Lächeln schob sie die goldene Kugel wieder in die Tasche. “Ich? Ach, nicht viel. Ich hole mir nur deine süße Beute.” Sie zog an einer Liane, die direkt über ihr von einem Ast herunterhing.

“Was? Meine schöne Waldamazone? Wehe! Sie gehört mir! Ich habe sie gefangen. Und ich werde sie so lange kitzeln, wie ich will. Mach mich los! Mach mich sofort los!” Ihr Körper zitterte, als würde sie sich gegen unzerreißbare Fesseln stemmen.

Die Liane war mindestens drei Meter lang und schien sehr stabil zu sein. Joana zog sie vollends von dem Ast herunter und trat vorsichtig an den Rand des Spinnennetzes heran. Ein nackter Fuß der Amazone war nur wenige Armlängen entfernt. Etwas unbeholfen knotete sie eine Schlinge in die weiche Liane. Dann versuchte sie das Lasso über den Fuß der nackten Amazone zu werfen. Sie brauchte einige Versuche, aber dann hielt die Schlinge und sie konnte das Mädchen vorsichtig zu sich heran ziehen.

Die Spinne Tobte: “Lass mich los! Du… du Räuber! Ich habe sie gefangen! Sie gehört mir! MIIIRRR!”

Ohne sich um die schrillen Wutausbrüche zu kümmern, griff Joana nach dem nackten Fuß des Mädchens. Sie war für ihre Größe erstaunlich leicht und es machte ihr wenig Mühe, sie vollends aus dem Netz zu ziehen und auf das weiche Moos zu legen.

Kaum hatte die Amazone festen Boden berührt, als die Wirkung des Giftes bereits nachließ. Ein breites, halb gequältes, halb sinnlich entrücktes Lächeln verzog mit einem mal ihr rötliches Gesicht. Ihre Augen flogen weit auf und sie keuchte wie nach einem Dauerlauf.

Joana kniete sich besorgt neben sie. “Alles ok? Ich heiße Joana.”

In den braunen Augen des Mädchens glitzerten Lachtränen. Trotzdem funkelte ihr Blick, als sie ihrer Retterin ins Gesicht sah. “Du… du Schlampe. Du hättest dich ruhig… ruhig beeilen können.”

“Was?” Joana fuhr verdutzt zurück.

Mit unsicheren Bewegungen setzte sich das Mädchen auf. “Schlampe. Hoffentlich erwischt sie dich das nächste Mal.” Sie rieb sich den Bauch.

“Hallo? Vielleicht ist es dir nicht aufgefallen, aber ich habe dich gerade gerettet. Ich meine, du könntest ruhig etwas dankbar…”

“Pah! Dankbar!” Die Amazone schnitt ihr mit einem Auflachen das Wort ab, “Wofür? Dass du mich aus dem Netz dieser lächerlichen Spinne geholt hast? Meinst du etwa, das… das hätte mir was ausgemacht?” Sie spuckte verächtlich auf den Waldboden.

Joana konnte nicht anders und musste grinsen. Die Spitzen der kleinen Brüste standen lang, hart und dunkel hervor und ihre Erregung war mehr als eindeutig.

Das Mädchen folgte Joanas Blick. Erschrocken presste sie die Handflächen gegen ihre Brüste: “Hau doch Ab! Lass mich in Ruhe!” schrie sie sehr laut und ihre Stimme überschlug sich, „Wir… wir sind Waldamazonen. Wir besiegen unsere Feinde im Kampf. Wir kümmern uns nicht um kindische Riesenspinnen. Und um Menschen auch nicht. Wir… wir beachten sie gar nicht.”

“Schon gut.” Joana betrachtete das nackte, stolze Amazonenmädchen, dass noch vor zwei Minuten ein hilfloses Kitzelopfer gewesen war. Unwillkürlich ging ihr Blick hinüber zum Spinnennetz. Die Spinnenfrau lag noch immer von unsichtbaren Fesseln gehalten auf dem Rücken, aber ihre Wutausbrüche hatten inzwischen aufgehört. Dann wandte sie sich wieder an die Amazone: “Also ihr seid Waldamazonen?” fragte sie betont freundlich.

Das Mädchen fauchte: “Was geht dich das an?”

“Ich suche eure Königin.”

“Du?” sie schnitt eine Grimasse: Du willst zu unserer Königin? Vergiss es. Du kannst ja nicht mal richtig mit einem Lasso umgehen.” sie lachte höhnisch.

Joana bekam Lust die goldene Perle noch einmal zu gebrauchen und der frechen Amazone eine Lektion zu erteilen. “Also du würdest mir nicht sagen, wo ich sie finden kann?”

“Dir? Nie!” sie blitzte feindselig. “Waldamazonen geben sich nicht mit Fremden ab. Schon gar nicht mit kleinen Mädchen, die noch nicht mal vernünftig ein Lasso werfen können. Such sie doch.“ sie lachte sadistisch, “Mal sehen, wie lange du hier im Wald durchhältst. Keine zehn Minuten, dann erwischt dich eine Federschlange. Oder die Elben fangen dich ein – ich habe gehört, dass sie wieder auf der Jagd nach Sklaven für ihre Experimente sind.”

Joana gab sich Mühe unbeeindruckt auszusehen. Dann kam ihr plötzlich eine Idee: “Und was ist, wenn ich zufällig jemanden aus deinem Volk treffe? Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte von einer Waldamazone, die im Netz einer Riesenspinne landet und von ihr durchgekitzelt wird, nicht besonders ruhmreich…”

Das Mädchen sprang auf: “Wehe!” Ihr muskulöser Körper zitterte vor Wut und sie schien nicht genau zu wissen, ob sie lieber ihre Erregung verdecken oder die junge Frau angreifen sollte. “Wenn du das machst…”

Joana blieb ruhig sitzen. “Aber was hast du denn plötzlich? Ist dir das etwa peinlich? Ich meine, eine sooo starke Kriegerin wie du und kitzlige Nippel… Hmmm…” ihr Lächeln wurde noch eine Spur freundlicher, “und wer weiß? Vielleicht bist du ja gar nicht zufällig in das Netz geraten? Vielleicht brauchst du das ja, hilflos wie ein Mädchen durchgekitzelt zu werden? Vielleicht macht dich das an?”

“Daaa!” Mit einem Wutschrei sprang die Amazone vorwärts. Joana riss die Arme vors Gesicht, aber die Waldamazone hechtete mit einem gewaltigen Sprung über sie hinweg in einen der großen Urwaldbäume. “Du verdammtes Biest! Warte nur, wenn ich die Anderen hole! Wir machen dich fertig!”

Joana drehte sich um und sah gerade noch, wie die nackte, athletische Gestalt wie ein Affe den Baum hinaufturnte. Ein paar kräftige Züge, dann war sie zwischen dem dichten Laub verschwunden. “Blödes Kitzelmädchen!” schrie Joana ihr noch hinter her.

Auf einmal war sie allein auf der Lichtung. “So eine Zicke.” murmelte sie. Plötzlich musste sie lachen: ‘Oh Mann. Sie ist eine Simulation. Warum rege ich mich über sie auf?’

Ein paar Sekunden blieb sie noch sitzen und sah in das tief grüne Blätterdach. “Scheiße.” sie schüttelte den Kopf und Stand auf. ‘Das war wohl nichts. Ich bin keinen Schritt weiter. Ich hätte sie lieber gründlich durchkitzeln sollen, um Informationen aus ihr heraus zu holen. Wie soll ich jetzt ihre dämliche Königin finden?”

7 Antworten zu „Kitzelfant – 4. Ebene“

  1. 123 sagt:

    Sehr schön aber weng wenig kitzeln :(

  2. Anonymous sagt:

    Hallo fefa, super das Dich die Schreiblust wieder gepackt hat ;-) …das war eine schöne Überraschung an diesem diesigen Sonntag. Danke Dir :-)

  3. sam sagt:

    fefa, super das Dich die Schreiblust wieder gepackt hat; freu mich, danke Dir, und hoffe das es Dir gut geht.

  4. hans sagt:

    Super Geschichte mal wieder Fefa! Eine herrliche Kombination des Kitzelns mit knisternder Erotik!

  5. Max sagt:

    Sehr schöne Geschichte. Ich bin schon gespannt darauf, wie es weiter geht.

  6. Anonymous sagt:

    Mal wieder genial! Ehrlich, du solltest Bücher schreiben…freue mich schon auf die Fortsetzung!

  7. Anonymous sagt:

    Einfach klasse!
    Aber könnte Joana nicht auch mal nach links gehen, sich also kitzeln LASSEN? Fänd ich richtig toll.

    Aber mach erst mal die Ebene fertig ;-)

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