Die Insel – 5

Liebe N,

der Nachmittag gestern war zwar nicht sehr ergiebig, aber dafür ziemlich lustig.

Es war leider doch zu windig zum Federball spielen. Außerdem war Sokrates hinter uns her. Erst wollten wir auslosen wer sich opfert und sich mit ihm unterhält, aber dann haben wir uns lieber schnell im Schilf versteckt.

Ich glaube Anna ahnte schon, dass ich auf die Sache im Arbeitszimmer kommen würde, denn sie war mir gegenüber noch schüchterner als sonst. Und als wir im Schilf lagen und ich sie nach einigem Zögern direkt darauf ansprach, wurde sie sofort feuerrot.

“Es hat mit ihrem Beruf zu tun.” Sie sah mich nicht an sondern spielte verlegen mit einem Schilfhalm herum.

“Mit ihrem Beruf?”

“Nicht nur. Ich meine, es macht sie auch… ihr auch Spaß… aber, bitte, ich darf nicht.”

“Warum nicht? Wieso mit ihrem Beruf? Ich dachte, sie arbeitet bei dieser Firma.”

Anna schwieg. “Stimmt.” sagte sie dann.

“Und deshalb kitzelt sie dich, bis du dir in die Hose machst? Das ist doch Quatsch.”

Anna wurde noch eine Spur röter: “Nein… ja… nein… Mann, Denise, ich darf dir das doch alles nicht sagen.”

“Wieso denn nicht? Die gnädige Frau sagte, dass sie Entwicklerin ist für… für was eigentlich?”

Aber diesmal schwieg sie beharrlich und schüttelte nur den Kopf.

Ich wurde langsam sauer. “Hör zu”, sagte ich und richtete mich auf, “das ist nicht fair. Ich mache hier den gleichen Job wie du und es gibt absolut keinen Grund so geheimnisvoll zu tun. Irgendwas stimmt hier nicht. Und wenn du mir nichts sagst, dann…”

“Lass mich.” Anna wollte aufspringen, aber ich war schneller.

“… dann kitzle ich es aus dir heraus.” Spielerisch pikste ich ihr in die Seite.

Sie quietschte auf und sackte auf den Boden zurück. “Nein, bitte… ich darf doch nicht…” stotterte sie und presste die Arme fest an ihre Rippen “Die gnädige Frau hat es verboten.”

Ich grinste sie an: “Na und? Aber ich erlaube es dir. Also?”

“Ich… ich…”

Mit einem Satz war ich über ihr. Ich drückte sie nach hinten in das weiche Schilf und grub meine Finger in ihre Rippen. Ich hatte mich nicht getäuscht! Sie ist wirklich wahnsinnig kitzlig! Kaum hatte ich sie berührt, explodierte sie schon in einem ersten Lachanfall. “Na was ist?” fragte ich und musste selber lachen, “Gibst du mir ein paar Informationen?” Aber Anna schüttelte nur wieder den Kopf und streckte mir sogar die Zunge raus. “Selbst schuld.” Ohne sie loszulassen kniete ich mich über ihre Hüften. Sie trug nur ein dünnes T-Shirt, so konnte ich ihre zierlichen Rippen gut spüren. Und kitzeln!

Ich weiß, liebe N, das war nicht besonders nett von mir. Man soll die Schwächen einer Freundin nicht ausnutzen. Aber ich muss zugeben, dass es mir einfach zu großen Spaß gemacht hat, die kleine, schüchterne Anna wie von Sinnen unter mir lachen zu sehen. Und außerdem… Du hast damals im Bootshaus auch nicht aufgehört, erinnerst Du Dich?

Glaub mir, ich habe noch nie jemanden gesehen, der so kitzlig ist wie Anna! Wie ein kleiner, hilfloser Käfer lag sie auf dem Rücken im Schilf. Ich kauerte über ihr und kitzelte ihren Oberkörper auf und ab von beiden Seiten. Anna krümmte und wand sich verzweifelt hin und her, ihr hübsches Gesicht wurde immer röter und ihr ganzer Körper zuckte vor Lachen. Glaub mir, liebe N, sie sah wirklich unheimlich süß aus.

Leider hat uns dann Sokrates gefunden. Mir war das alles furchtbar peinlich, aber er schien sich nicht sonderlich zu wundern. Ruhig und gelassen wie immer stand er da, und während Anna sich noch völlig atemlos aufsetzte und ihre Haare ordnete, fing er schon wieder an uns seine komischen Fragen zu stellen…

Später hatte ich dann in der Küche zu tun. Schade, liebe N, ich habe also nicht viel Neues erfahren. Morgen muss ich den ganzen Tag Marius beim Schneiden der Hecke helfen und übermorgen ist Anna auf dem Festland, um für die gnädige Frau Besorgungen zu machen – wir werden uns also die nächsten Tage kaum unter vier Augen unterhalten können. Natürlich werde ich Dir aber berichten, wenn ich etwas erfahre.

P.S.: Ach so, fast hätte ich vergessen: Wir haben einen neuen Hausbewohner. Ein großer, schlanker, tief schwarzer Kater. Marius hat ihn unten am Steg aus dem Wasser gefischt und keiner weiß wo er herkommt oder wem er gehört. Sokrates will ihn “Dankward” nennen, weil er meint, dass er so weise aussieht. Egal. Soll er doch. Ich finde ihn auf jeden Fall total schön.

2 Antworten zu „Die Insel – 5“

  1. timosommerland@yahoo.de sagt:

    wieder mal ne geile storie hoffe bald geht es mit ebene 5 weiter und ´joana wird mal richtig gekitzelt hoffe wird bald fertig lg

  2. 123 sagt:

    wir warten schon soooo lange, wann kommt die neue?:)

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